BEITRÄGE
26.07.2010
jDarkroom
Das Schreiben von einfachen Texten mit klassischen Textverarbeitungsprogrammen ist eine Strafe. Zwar nervt die schlaue Büroklammer schon eine ganze Weile nicht mehr, lenken uns aber unsinnige Plugins des Schreibprogramms oder Meldungen unserer multimedialen und sozial vernetzten Desktopoberfläche permanent ab!
Natürlich gibt es sie. Die Anwender, die in der 140 Zeichen umfassenden Eingabeaufforderung Ihres Twitter-Clients die einzig wahre und notwendige Textverarbeitung sehen. Doch ich möchte mehr! Ich möchte 10 Sätze schreiben können, ohne durch Tweets abgelenkt zu werden. Ich möchte 10 Sätze schreiben können, ohne durch eine ach so wichtige ICQ-Mitteilung das Thema wechseln zu müssen. Ich möchte 10 Sätze schreiben können, ohne durch das lockende Icon eines Browsers den Sachverhalt in Wikipedia durch weitere Argumente untermauern zu wollen. Ich möchte einfach nur Schreiben!
Bevor der Vorwurf einer eventuellen Konzentrationsschwäche aufkommt, möchte ich ein Schreibwerkzeug vorstellen. Ein Werkzeug, das für nur einen Zweck geschaffen wurde. Ein Werkzeug, ohne Schnörkel und Balast. Ein Werkzeug, ohne ablenkenden Symbol-und Formatierungsleisten. Ein ultimatives Eingabemedium für einen Text. Ein Werkzeug zum Schreiben!
Das Programm nennt sich jDarkroom und befindet sich in ein einem kleinen Kreis einer neu entstehenden Softwaregattung; ich nenne sie "leichte Textverarbeitung". Im Gegensatz zu einigen kostenpflichtigen Alternativen mit ähnlichem Ansatz; manche versuchen das entspannte Texten mit beruhigender Hintergrundmusik zum Erlebnis zu machen; steht dem Anhänger freier Software der jDarkroom zur Verfügung. jDarkroom verwandelt jeden in Millionen Farben blinkenden Desktop zur schlichten Eingabekonsole. Mit dem Vorgabethema, welches grüne Schrift auf schwarzen Hintergrund abbildet, fühlt sich der über 30 Jahre alte Computeranwender an die grün schimmernden Monitore eines Schneider CPC464 oder der Kinogänger an eine leere Matrix-Konsole zurückerinnert.
jDarkroom blendet jeglichen Verweis auf installierte Ablenkungssoftware aus. Das Vollbild überlagert den gesamten Bildschirm. Die Funktionstasten für eine rudimentäre Bedienung der Software sind die einzigste Möglichkeit, jetzt noch ein Schreiben zu verhindern. Ein leerer Bildschirm wartet auf Eingabe. Dem selbst gesteckten Ziel von 250 Wörtern für diesen Blogbeitrag bin ich laut "Goal: 250" noch weit entfernt . Mit jedem Wort füllt sich der dunkle Bildschirm grüner. Nach wenigen Minuten kehrt sich das Tagesziel in eine negative Zahl; mehr als 250 Wörter sind bereits ohne die kleineste Ablenkung niedergeschrieben.
jDarkroom ist kein DTP-Programm. Nicht einmal einfache Formatierungen, sei es nur ein fetter oder unterstrichender Absatz, sind möglich. Doch dies ist auch nicht notwendig. Mit F2 speichere ich diesen Text ab. Das Dokument, welches ich mit einem beliebigen Texteditor öffnen kann, kopiere ich in den Blogbeitrag auf www.marioheide.de. Dort steht nun ein Beitrag über eine sehr interessante Software names jDarkroom.
• http://www.codealchemists.com/jdarkroom/
13.05.2010
iMac - Reloaded
Nach der enttäuschenden Erfahrung mit einem eMac, der mir aufgrund des viel zu lauten Lüfters als Staubsauger in Erinnerung blieb, ließ mich der Austausch des alten G3-iMac meines Sohnes nicht in Ruhe. Da das Gerät hauptsächlich als Videoplayer für aufgezeichnete Filme und MP3-Player für Kinderhörbücher im Einsatz ist, ist der verbaute Röhrenbildschirm kein genereller Nachteil. Vielmehr ermöglicht die Röhre ein vom Blickwinkel unabhängig gut einsehbares und weitgehend blendfreies Bild. Auch der Schmiereffekt preiswerter TFT-Monitore ist der eingebauten Röhre unbekannt. Ich war somit nicht abgeneigt, auch künftig eine Röhre für diesen Zweck einzusetzen. Mit dem erneuten Angebot eines preiswerten iMacs, der einen der leistungsfähigsten G3-Prozessoren verbaut hat, hielt ein iMac des Typ Snow Einzug bzw. eine neue Chance. Besten Dank hiermit noch einmal an Christian und Tina, die den in eBay als Abholergerät preiswert ersteigerten iMac aus Hamburg zu mir nach Hause transportierten!
Äußerlich ist der ältere iMac dem ehemals getesteten eMac ähnlich. Auch dieses Gerät ist mit dem hellen halbtransparenten Gehäuse ein schöner Anblick. Die 500MHz schnelle CPU und FireWire machen den iMac zu einem potentiellen Nachfolger des alten Knubbelmacs. Mit dem schnelleren Prozessor ist die Wiedergabe von höher aufgelösten MPEG2-Videos und H264-Filmen in VGA-Größe prinzipiell möglich. Das vorinstallierte MacOS X in der sensationellen Version 10.0.1 funktionierte als Betriebssystem ausreichend flott und fehlerfrei. Mit dem alten OS kann aber keine halbwegs brauchbare Software betrieben werden. Selbst beim Browser ist man auf den vorinstallierten InternetExplorer von Microsoft, hier in der Betaversion 5 vorinstalliert, angewiesen. Apples Browser Safari kam erst später und ist auf dieser alteren Betriebssystemversion nicht installierbar. Für einen produktiven Betrieb boten sich also nur die maximal installierbare Version 10.3.9 von MacOS X oder mein geliebtes Debian Linux an. Da Mac OS X 10.3 nicht weiter von Apple gepflegt wird und aus meiner Sicht ein Sicherheitsrisiko darstellt, kam somit nur noch Debian in Frage (wundert es Euch ? ;-) ).
Die Installation des Linux-Systems ist mit entsprechenden ISO-Images der PowerPC-Variante kein Problem und nunmehr Routine. Nach knapp 30 Minuten bootete das System bereits erstmalig von der internen Platte 20GB-Platte. Leider blieb der Bildschirm nach dem Start des X-Servers dunkel. Wie schon beim eMac musste ich noch einmal Hand an die Konfiguration des X-Servers legen. Folgende xorg.conf kann für einen iMac G3 500MHz Snow auf eigene Gefahr verwendet werden (Debian R5.04 Lenny):
/etc/X11/xorg.conf:
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "CoreKeyboard"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
Option "XkbOptions" "lv3:lwin_switch"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
Option "CorePointer"
Option "Device" "/dev/input/mice"
Option "Protocol" "ImPS/2"
Option "Emulate3Buttons" "true"
EndSection
Section "Device"
Identifier "ATI Technologies Inc Rage 128 RL/VR AGP"
Driver "r128"
# Option "BusID" "PCI:0000:00:10.0"
# Option "Screen" "0"
# Option "VideoRam" "128000"
# Option "MemBase" ""
# Option "IOBase" ""
# Option "ChipID" ""
# Option "SWcursor" "on"
Option "NoAccel" "on"
# Option "Dac6Bit" "off"
# Option "VideoKey" ""
# Option "Display" "CRT"
Option "UseFBDev" "on"
# Option "VGAAccess" "off"
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Generic Monitor"
Option "DPMS"
HorizSync 59-61
VertRefresh 75-117
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Device "ATI Technologies Inc Rage 128 RL/VR AGP"
Monitor "Generic Monitor"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
Depth 1
Modes "1024x768" "800x600"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 4
Modes "1024x768" "800x600"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 8
Modes "1024x768" "800x600"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 15
Modes "1024x768" "800x600"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 16
Modes "1024x768" "800x600"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 24
Modes "1024x768" "800x600"
EndSubSection
EndSection
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout"
Screen "Default Screen"
InputDevice "Generic Keyboard"
InputDevice "Configured Mouse"
EndSection
Mit der nun funktionierenden grafischen Oberfläche kann auch VLC als Videoplayer verwendet werden. Wie vermutet, kann der schnellere iMac wesentlich höher kodierte Videos wiedergeben. Überraschenderweise macht der eigentlich lüfterlose iMac auch Geräusche. Diese sind zwar längst nicht so laut wie die des eMac, jedoch für meine verwöhnten Ohren unüberhörbar. Grund dafür ist die original verbaute IDE-Festplatte, die sehr laut dreht. Ob dies typ- oder altersbedingt ist, kann ich leider nicht beurteilen. Mit hdparm bekommt man die Platte aber nach kurzer Zeit in den geräuschlosen Standby-Betrieb. Da Videos und Audio vom Server kommen, lärmt die Platte somit nur bis kurz nach dem Start der Multimedia-Inhalte. Ein Austausch der Platte gegen eine geräuschärmere Festplatte bzw. gegen eine geräuschlose kleine SSD sind eine denkbare und evt. auch sinnvolle Alternative. Mal sehen, wann und wie ich mit dem kleinen iMac weiter verfahre. Zunächst steht der Kleine mit auf dem großen Schreibtisch und macht mit Anwendungen wie Abiword, VNC oder LastFM eine gute Figur. Surfen mit Iceweasel geht bereits sehr flott; mit der aktuellsten Opera 10.5-Beta für Linux geht es sogar fast so schnell wie Safari auf meinem 1.25GHz-G4 unter MacOS X !
To be continued ...
21.03.2010
SSD und ein Linux-Homeserver
Persönliche Daten in einem ZFS-Pool zu speichern, ist neben der üblichen Datensicherung bereits eine sehr sichere Methode. Wenn der Homeserver jedoch nicht nur als Fileserver dient, sondern wie in meinem Fall als Gerät für jegliche automatisierte Dienste fungiert, sollte die Sicherung neben den persönlichen Daten auch die Konfiguration des Servers beinhalten. Um den Aufwand beim Ausfall der Systemplatte gering zu halten, empfiehlt sich eine Sicherung der relevanten Dateien. Um nicht Gefahr zu laufen, eine wichtige Konfiguration nicht zu sichern, ist das Anlegen eines kompletten Images der betreffenden Platte oder Partition keine schlechte Idee. In meinem Fall sichert eine angepaßte Clonzilla-CD ein Abbild der Systemplatte über das Netzwerk auf einen anderen PC. Mit dem Preisverfall der aktuellen SSDs wird der Austausch der Festplatte gegen einen Datenspeicher ohne jegliche mechanisch beweglichen Teile zum bezahlbaren Projekt. Debian Lenny gruselte sich bis vor kurzer Zeit mit knapp 2GB belegtem Speicherplatz von insgesamt 80GB auf dem fast leeren Medium. Für knapp 80,- EUR werden aktuell 8GB-SSDs mit SLC-Technologie bei zum Beispiel Amazon.de versandkostenfrei angeboten. Diese stromsparenden, schnellen und geräuschlosen Datenträger sind mit den besonders langliebigen und bis zu 100.000x überschreibbaren Speicherzellen ausgestattet. Aus Interesse an dieser neuen Thematik und dem Wunsch, einem künftigen Ausfall der Systemplatte aus dem Weg zu gehen, entschied ich mich zum Kauf einer solchen SSD. Über Sinn oder Unsinn der Entscheidung zu Gunsten der SLC-Technologie läßt sich sicher streiten. Da der finanzielle Unterschied jedoch nicht so gravierend und auch keine größere Platte notwendig ist, entschied ich mich ohne längerem Zögern für die besonders sichere Alternative.
Der Austausch der Datenträger war kein größeres Problem; der Wechsel der Platten war nach dem Anlegen eines frischen Images mit Clonezilla in wenigen Minuten durchgeführt. Leider stellte sich die Rücksicherung des Images als problematischer als erwartet dar, da Clonezilla trotz Option einer Anpassung des Images an einen kleineren Zieldatenträger mit der schlichten Aussage, die Zielpartition sei zu klein, abbricht. Ich habe das Problem umgangen, indem ich mit Gparted (mit auf der Clonezilla-CD) die Quell-Partition im Vorfeld verkleinerte und ein neues Image davon anlegte. Diese kleinere Image ließ sich nun problemlos auf die SSD rücksichern.
Nach dem Einspielen der Image-Sicherung konnte die SSD sofort benutzt und von ihr gebootet werden. Ich habe folgende Anpassungen vorgenommen, um die Anzahl der Schreibzugriffe zu minimieren und die Performance des Datenträgers zu steigern:
• in der Datei /etc/fstab wird die SSD mit dem Parameter noatime eingebunden
• Das System wird mit EXT2 statt bisher EXT3 eingebunden (auch /etc/fstab). Wurde die Partition ursprünglich als EXT3 formatiert, so kann diese bei Einbindung als EXT2 und der damit verbundenen Missachtung der Journalfunktion grundsätzlich so verbleiben. Ich habe die Partition aber sauber auf EXT2 zurückgeführt.
• Plattenzugriff optimieren: echo noop > /sys/block/sdX/queue/scheduler (steht sonst meist auf cfg). Dieser Parameter gilt nur für die jeweilige Sitzung und sollte in der /etc/rc.local fest eingetragen werden. Die Zeile einfach vor dem letzten exit 0 einfügen.
Fazit: Der Wechsel auf SSD ist keine große Sache. Der geringe Aufwand wird mit extrem kurzen Zugriffszeiten belohnt, während ich im Praxisberieb wenig Vorteile von den etwas höheren Durchsatzraten bemerke. Beim schnellen Zugriff auf eine Vielzahl von kleinen Dateien spielt die SSD jedoch Ihre Karten aus. So hat sich die Latenz bei der Benutzung von lokal gehosteten Webanwendungen (VDR-Admin) gefühlt halbiert. Auch die kurze Verzögerung, die die Platte gelegentlich beim Erwachen aus dem leider viel zu seltenen Standby-Betrieb lieferte, gehört nun der Vergangenheit an.
08.03.2010
VirtualBox und die gefangene Mouse
Während in meiner VirtualBox unter Debian Linux schon diverse Betriebssysteme erfolgreich werkelten, bestand bisher nicht die Notwendigkeit, das Original (Debian) selbst zu virtualisieren. Im Zuge eines Tests mit der Version 0.6 von zfs-fuse sollte dies nun geschehen. Die Debian-Installation selbst verlief gewohnt unspektakulär. Die Distribution verhält sich stabil und absolut neutral in der virtuellen Umgebung. Einzig die Mouse blieb im virtuellen Debian-Fenster nach der Betätigung gefangen. Dieses Verhalten, das auch bei anderen virtualisierten Betriebssystemen besteht, läßt sich grundsätzlich durch Installation der Gast-Erweiterung abstellen. Diese Erweiterung steht für verschiedene Betriebssysteme zur Verfügung und wird im virtualisierten System installiert. Je nach eingesetzter Version der VirtualBox; der Debian-Anwender steht vor der Wahl zwischen der OpenSource-Variante aus den Debian-Quellen oder dem properitären Installationspaket von virtualbox.org; muss die jeweils passende Erweiterung installiert werden.
Leider ließ sich dieses Verhalten nach der Installation meiner Gast-Erweiterung nicht ändern.
Folgende Arbeitsschritte führten jedoch zum Erfolg:
1. Kontrolle, ob der sich der Treiber vboxmouse_drv.so im Verzeichnis /usr/lib/xorg/modules/input/ befindet. Ggf. die Installation der Gast-Erweiterung prüfen und wiederholen.
2. Erweiterung der /etc/X11/xorg.conf:
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "vboxmouse"
Option "CorePointer"
EndSection
Nach einem Neustart des X-Servers kann die Mouse nun im virtualisierten System und im Host ohne Umschalten benutzt werden.
22.02.2010
VICE - Ein virtueller C64
Im Rahmen eines bevorstehenden Podcast-Projektes, welches sich mit retrolastigen Inhalten auseinandersetzt, wurde nun die Installation eines C64-Emulators auf meinem Debian-PC notwendig. Zwar kann ein echter C64 nie durch eine schnelle und noch so kompatible Emulation ersetzt werden; für das Testen eines fertigen Disketten-Images (D64) oder dem Ausprobieren eines Befehls ist sie jedoch bestens geeignet.
Moderne Distributionen unterstützen den Anwender heute bereits durch eine Paketverwaltung beim Finden und Installieren einer geeigneten Emulation. Wird in der Datei /etc/apt/sources.list die Quelle contrib bereits benutzt, sollte es kein Problem mit der Installation der C64-Emulation geben. Ansonsten steht das Paket erst nach dem Hinzufügen dieser Installationsquelle und Aktualisierung des Paketverzeichnisses zur Verfügung!
Editieren der sources.list:
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ lenny main contrib
Aktualisierung:
apt-get update
Installation des Emulators:
apt-get install vice
So vorbildlich der Lizenzumgang bei Debian auch sein mag; nach dem Starten der C64-Emulation durch den Befehl x64 ist weitere Handarbeit angesagt! Die Firmware der betreffenden Maschinen ist nicht Bestandteil des Paketes. Die kurze Suche endete mit dem Ziehen des Tarballs von der Seite des Vice-Projektes:
wget http://www.zimmers.net/anonftp/pub/cbm/crossplatform/emulators/VICE/vice-2.1.tar.gz
Nach dem Überschrieben der entpackten maschinenspezifischen Verzeichnisse (C64, C128 ...) in das Zielverzeichnis /usr/lib/vice/ können die virtuellen Schätze durch das Starten von x64, x128 oder xplus4 mit der nun vorhandenen Firmware gestartet werden.
Fazit: Anhand dieser Kleinigkeiten wird der ambitionierte Debian-Anwender immer wieder an den restriktiven Umgang mit Lizenzen erinnert. Wem diese Eigenschaft, die ich selbst sehr schätze, zuwider ist, ist mit Distributionen wie Ubuntu oder Mint (bauen beide auf Debian auf) besser bedient.
14.02.2010
Wenn Cron nicht mehr will
Und plötzlich will Cron nicht mehr ... Ein wenig stutzig war ich dann doch, als plötzlich keine Cronjobs mehr ausgeführt wurden. Das Syslog brachte mich aber schnell an die Wurzel des Übels
...
Error: bad minute; while reading /etc/crontab
...
Die Minutenangaben im crontab waren korrekt gesetzt; allerdings scheint der aktuelle Cron-Daemon ein Problem mit folgender Zeile zu haben:
MAILTO=
Diese Zeile hatte ich gesetzt, damit nicht alle ausgeführten Cronjobs von einer Mail begleitet werden. Mit folgender Zeile bekommt man aber beide Sachen unter einen Hut:
MAILTO=''
Bitte nicht nachfolgendes /etc/init.d/cron restart vergessen!
14.01.2010
Online-Backup mit Amazon S3
Wer meine Blog-Beiträge mit den Themen rund um ZFS und Datensicherung gelesen hat, kann meine Vorsicht beim Umgang mit digitalen Daten erkennen. Doch was nutzt die beste Sicherung, wenn die gesicherten Daten im selben Haus oder gar Rechner stecken, welcher in Flammen aufgeht oder einen Wasserschaden erleidet.
Aus diesem Grund ist es eine gute Entscheidung, Sicherungsmedien räumlich getrennt von den zu sichernden Daten aufzubewahren. Eine bei Freunden oder Eltern eingelagerte DVD mit den wichtigsten Daten kann im Notfall helfen. Steigt das Datenvolumen an, greift man oftmals auch zu einer externen Festplatte. Diese sollte dann aber auch in sinnvollen Abständen aktualisiert werden! Und genau hier scheitern die guten Sicherungsvorsätze nur zu oft an der Bequemlichkeit des Anwenders. Ich nehme mich hier ausdrucklich nicht aus, habe mir aber zu diesem Thema ein paar Gedanken gemacht und eine praktische Lösung gefunden.
Während viele Anwender ihre privatesten Informationen in sozialen Netzwerken großzügig verteilen, steigt spätestens beim Verschieben von privaten Dateien zu einem Sicherungsanbieter im Internet ein komisches Gefühl aus der Magengegend auf. Dieses intuitive Gefühl ist absolut berechtigt; fehlt in der Regel doch der Einblick in die Arbeitsweise dieser Online-Sicherungsanbieter.
Einen effektiven Schutz vor dem Auslesen dieser Daten bietet jedoch eine gute Verschlüsselung. GnuPG stellt mit einem 4096-Bit-Schlüssel aktuell sogar für Geheimdienste eine technisch unüberwindliche Hürde dar. Die Verschlüsselung der Familienfotos kann kann aus diesem Grund neben alternativen Verschlüsselungsverfahren durchaus mit GnuPG erfolgen. Bleibt nur noch die Suche nach einem vertrauenswürdigen Anbieter für Online-Storage. Unter den aktuellen Anbietern fiel mir der Amazon Simple Storage Service (S3) auf, der ein fast konkurrenzlos preiswertes Angebot unterbreitet. Für jedes GB Online-Speicher verlangt Amazon 15 Cent im Monat. In meinem Fall kommen definitiv überschaubare Kosten auf mich zu.
Debian bietet mit s3cmd bereits ein fertiges Paket an, um mit dem Online-Storage zu kommunizieren.
apt-get install s3cmd
Bevor es mit dem Sichern der Daten losgehen kann, ist eine Anmeldung bei Amazon notwendig. Wer bereits Kunde bei Amazon ist, kann seinen Account in wenigen Schritten um den Zugriff auf Amazon Simple Storage Service erweitern. Für den Zugriff auf den Speicher wird ein persönlicher Zugriffs-und Sicherheitsschlüssel (Access and Secret Key) von Amazon bereitgestellt. Die Schlüssel trägt man einmalig für den angemeldeten User ein (einfach die Fragen im folgenden Dialog beantworten):
s3cmd --configure
Enter new values or accept defaults in brackets with Enter.
Refer to user manual for detailed description of all options.
Access key and Secret key are your identifiers for Amazon S3
Access Key []:
Secret Key []:
Danach kann ein persönliches Sicherungsverzeichnis angelegt werden:
s3cmd mb s3://denkdireinennamenaus
Nun kann man testweise eine vorhandene Datei hochladen:
s3cmd put /home/name/test.txt s3://denkdireinennamenaus
Die hochgeladene Datei kann mit get natürlich auch wieder heruntergeladen werden. Mit folgendem Befehl listet man erst die vorhandenen Speicherbereiche und dann den Inhalt auf:
s3cmd ls
2010-01-01 12:23 s3://denkdireinennamenaus
s3cmd ls s3://denkdireinennamenaus
Bucket ′denkdireinennamenaus′:
2010-01-01 13:56 1417633 s3://denkdireinennamenaus/test.txt
Vor dem Kopieren würde ich die Daten zusätzlich verschlüsseln; hier kann sich jeder mit seinem Verschlüsselungswerkzeug austoben.
FAZIT: Amazon bietet einen kostengünstigen Online-Speicher an, der sehr gut mit Debian-Linux genutzt werden kann. Die Abrechnung erfolgt nach dem tatsächlich beanspruchten Speicherplatz. 15 Cent montliche Kosten für 1GB zahlen sich im Haveriefall mit Sicherheit aus. Im Augenblick ist mir, sofern als praktische Einschränkung wirklich relevant, nur die Beschränkung auf eine max. Dateigröße von 5GB als einzigster Kritikpunkt bekannt. In Zusammenarbeit mit einem Cronjob kann man auf diesem Weg seine Daten preiswert und sicher als Backup lagern.
• http://aws.amazon.com/s3/
• http://s3tools.org/s3cmd
30.12.2009
Audio mit Traverso unter Linux mischen
Die Audiobearbeitung meines Podcastes stellt einen nicht unerheblichen Teil der Tätigkeiten im Rahmen dieses Projektes dar (siehe auch pofacs.de). Obwohl ich mich sehr für den audiotechnischen Teil interessiere, sollte er in der Bedeutung hinter der inhaltlichen Gestaltung des Podcastes stehen. Die Geschichte der bisher verwendeten Audiosoftware ist eine Geschichte des Leidens. Aber ich bin leidensfähig! :-)
Audacity ist ein freier Audioeditor, den ich auch heute noch oft und gern verwende. Leider hat dieser Editor einen Makel, der die umfängliche Nutzung dieser Software für eine Podcastproduktion verhindert. Obwohl umfangreiche und hochwertige Effekte für die Audiobearbeitung zur Verfügung stehen, sind diese nicht in Echtzeit für das Projekt einsetzbar. Nach einer Parameteränderung am Kompressor oder Noise-Gate muss das gesamte Projekt durchgerechnet werden. Die angebotene Möglichkeit einer wenige Sekunden laufenden Audiovorschau hat sich leider als extrem unpraktisch erwiesen. Die Neuberechnung eines Effektes nach Änderung macht bei einem zweistündigen Podcast jedoch nicht wirklich Spass, da dieser nerven-und zeitraubende Prozess durchaus mehrere Minuten in Anspruch nehmen kann. Aus diesem Grund verwende ich Audacity heute hauptsächlich für das Schneiden des Materials.
Für das eigentliche Mischen des Materials habe ich anfangs auf einem alten Mac eine eingeschränkte Version der Profi-Software ProTools unter MacOS 9 verwendet. Die Beschränkung auf max. 8 Spuren war für das Mischen meines Podcastes das kleinere Problem. Vielmehr konnte der fertige Mix nur in Echtzeit (2h Podcast benötigt 2h zum Bouncen) erzeugt werden. Immer wieder testete ich daher diverse Anwendungen zum Mischen des Projektes unter Mac und Linux. Nach kurzem Zwischenstop über die mit einem Audiointerface mitgelieferte Software Mackie Traktion (Mac) mischte ich wieder mit Garageband unter Mac. Garageband ist der kleine Bruder von Apples Logic und prinzipiell sehr gut für eine Podcastproduktion geeignet. Leider erzeugte diese Software urplötzlich nicht nachvollziehbare Knackser und modemartige Störgeräusche am Ende des Mixes.
Aus diesem Grunde habe ich mich in den letzten Wochen wieder einmal mit verschiedenen Anwendungen beschäftigt. Neben kommerziellen Produkten; wie beispielsweise Cubase oder Ableton Live; locken freie Anwendungen um die Gunst des Anwenders. So habe ich mich auch mit dem unter Linux verfügbaren Ardour beschäftigt. Diese mächtige und an ProTools angelehnte Software macht zwar einen guten Eindruck, entsprach aber nicht meinem Wunsch nach einer schlanken und schnellen Audiosoftware.
Eher zufällig bin ich auf eine mir bisher unbekannte Software gestossen. Traverso ist ein einfaches und schlankes Multi-Kanal-Werkzeug. Neben einer unbegrenzten Anzahl an Audio-Kanälen kann auf eine umfangreiche Sammlung von Effekten zurückgegriffen werden. Während Traverso über die offiziellen Debian-Quellen installiert werden kann, müssen die zusätzlichen LV2-Plugins per Hand installiert werden (siehe URL unten).
Die letzten beiden Podcastfolgen habe ich mit Traverso gemischt. Obwohl ich mich mit dieser Software erst einmal anfreunden und die richtige Bedienung erlernen muss, halte ich sie bereits jetzt für sehr vielversprechend und sehr gut geeignet.
Fazit: Wer Multi-Kanal-Aufnahmen unter Linux mischen möchte, sollte Traverso unbedingt einmal ausprobieren. Mit den mitgelieferten Effekten ist diese freie Software mein Tipp auch für andere Podcaster oder Audio-Interessierte.
• http://traverso-daw.org/
• http://traverso-daw.org/lv2-plugins.html
23.12.2009
Debian Linux auf einem eMac
Vor ein paar Wochen berichtete ich bereits über die Installation eines Emulators, um auf einem X86-PC unter Debian Linux auch ein älteres MacOS laufen lassen zu können. Dieser Weg eignet sich dann sehr gut, wenn man ältere Mac-Software ohne einen echten Computer von Apple noch einmal reaktivieren möchte. In meinem aktuellen Fall dreht sich dieses Verhältnis nun um, da ich auf einem eMac mit G4-CPU ein Linux installiert habe.
Es fing damit an, dass ich dem sehr günstigen Angebot eines bildbübschen eMac in eBay nicht widerstehen konnte. Als ich vor ein paar Jahren vor der Entscheidung stand, nach diversen Gebrauchtkäufen endlich wieder ein aktuelles Neugerät in Form eines Macs zu erwerben, entschied ich mich (auch aufgrund eines vorhandenen TFT-Monitores) für einen Mac mini und gegen den eMac mit dem 17Zoll-Röhrenbildschirm. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.
Das Design des eMac spricht mich auch heute noch an. Wahrscheinlich erinnert er mich nur zu sehr an einen iMac der ersten Generation. Im Kinderzimmer des Sohnemanns werkelt bereits seit längerer Zeit ein solcher iMac. Mit der verbauten G3-CPU kann man aus heutiger Sicht sicherlich keine Preise gewinnen. Zum Abspielen von Hörspielen, per VDR aufgezeichneten MPEG2-Videos und für kleinere Geschicklichkeits-oder Lernspiele reicht der kleine bunte Kasten aber allemal. Leider verfügt der iMac nicht über ein DVD-LW. Das verbaute CD-LW mit Sloteinzug kann somit keine DVDs abspielen. Aus diesem Grund finden beispielsweise geschenkte DVDs nur über den Umweg eines anderen Rechners den Weg auf den Kleinmac. Ein aufwendiger Wechsel des Laufwerkes für diese nicht so häufig vorkommende Situation kommt für mich nicht in Frage. Leider entfällt aber auch die Möglichkeit eines externen USB-DVD, da der iMac nur über USB 1.1 verfügt. An dieser Stelle packte mich beim Angebot eines hübschen und vermeindlich kinderzimmertauglichen eMac das Interesse. Nach ein paar wenigen Klicks und netten Mails stand der eMac nun einige Tage später auf dem Wohnzimmertisch; bereit zum Test und zur nährer Inspektion. Das zu Testzwecken vorinstallierte MacOS 10.4 bescheinigte dem bildbübschen hellen Gerät die volle Funktionsfähigkeit. Die G4-CPU mit 1GHz und die verbauten 1GB RAM sind dem Großteil der heute anfallenden Aufgaben sicherlich noch absolut gewachsen. Andererseits ist die Geschwindigkeit eines solchen System unter MacOS X aber auch nicht gerade beeindruckend. Wie bei dem kleinen iMac entschied ich mich deshalb zur Installation eines schlanken Debian Linux auf dem eMac. Das ISO-File, ein ca. 650MB großes Image von Debian Lenny 5.03 mit XFCE als Desktop, war auf dem eMac unter MacOS X schnell geladen und gebrannt. Der Bootvorgang mit gedrückter C-Taste (C für CD-LW) bringt den Installierenden in die gewohnten Installationsroutine, die sich von der X86-Plattform nicht unterscheidet. Nach einer halben Stunde startete der eMac mit ausgeworfener CD das erste Mal von dem frisch installierten System.
Leider blieb der Bildschirm nach dem Start des X-Servers zunächst erst einmal schwarz. Die Fehlersuche ergab, dass das System den internen Monitor scheinbar nicht korrekt erkennt. Mit einer kleinen Anpassung am X-Server kann man ihm diese Daten aber auch übergeben. Hier eine funktionierende Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf (eMac mit ATI7500):
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
Option "XkbOptions" "lv3:lwin_switch"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Configured Video Device"
Option "monitor-DVI-0" "Configured Monitor"
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Configured Monitor"
HorizSync 50-73
VertRefresh 70-140
Modeline "1024x768" 99.07 1024 1088 1200 1376 768 769 772 809
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
Depth 24
Modes "1024x768"
EndSubSection
Monitor "Configured Monitor"
EndSection
Nach der Anpassung startet die grafische Umgebung problemlos in eine Auflösung von 1024x768. Mit einer weiteren manuellen Anpassung kann man diese Auflösung sogar noch über die unter MacOS X maximal verfügbare Darstellung von 1024x768 vergrößern (Anmerkung für Mac-User: Ja, ich kenne den Hack für MacOS X, um auch dort eine höhere Auslösung zu fahren! ;-) ). Für die angedachten Zwecke reicht diese Auflösung aber vollkommen aus. Ein weiterer Eingriff war an dieser Stelle nicht mehr notwendig. Die gewünschte Software-Umgebung habe ich mir in wenigen Minuten zusammengestellt. Der eMac wäre nun in der Lage, den Platz des kleineren iMacs einzunehmen. Zwei Gründe haben dieses Projekt jedoch gestoppt:
• Sohnemann findet den bunten iMac schöner !
• Der eMac ist zu laut !!!
Obwohl ich die Wünsche unseres Sohnes sicherlich respektiere, ist letzterer Grund ausschlaggebend für den weiteren Verbleib des iMacs im Kinderzimmer.
Während der iMac lüfterlos seinen Dienst im Kinderzimmer verrichtet, bläst der eMac mit einem zentralen Lüfter zum Angriff. Im Vorfeld gingen die Schilderungen über die Lautstärke des eMacs von "fast nicht hörbar" bis "Staubsauger" auseinander. Hier galt es also, selbst "probezuhören". Mein Soundcheck fällt leider sehr negativ aus. Das Gerät erzeugt einen durchgängig hohen Geräuschpegel, der beim leiseren Hören von Musik oder Hörbüchern stört. Mit einer Komplettreinigung des eMacs könnte der Luftdurchsatz ggf. durch eine Entfernung einer evt. Staubansammlung verbessert werden. Da der Lüfter jedoch auch bei einem frisch eingeschalteten und kalten Mac auf Touren kommt, vermute ich hier eine baulich bedingte Geräuschkulisse.
Fazit: Der eMac hätte mit seinem Mehr an Leistung und mit seinem optisch ansprechenden Äußeren einige Vorteile gebracht. Mit dem originalen Lüftersystem, welches lt. diversen Beschreibungen im Netz auch nur sehr schwer ruhig zu bekommen ist, ist er definitiv kein Kandidat für das Kinderzimmer.
11.11.2009
Eine Kern(el)-Frage
Die Verwendung des stabilen Kernels 2.6.26-2 garantiert unter Debian Lenny Stable einen reibungslosen Betrieb ohne böse Überraschungen. Leider ist die konservative Wahl des Kernels dann ein Nachteil, wenn aktuelle Hardware erst später den Weg in das Kern-System findet. Die WLAN-Karte meines Lenovo-Notebooks fand leider auch nur über den Kernel 2.6.28-1 Anschluss an das heimische Netzwerk. Das Kernel-Image ließ sich mit dem Hinzufügen der Quelle
deb http://kernel-archive.buildserver.net/debian-kernel trunk main
in die Konfigurationsdatei /etc/apt/sources.list installieren. Nach dem Update der VirtualBox auf die Version 3 stand nun das Neukompilieren des Kernelmodules vboxdrv an. Dies scheiterte jedoch wegen fehlenden Kernel-Header, die ich zwischenzeitlich entfernt hatte. Die Überraschung war komplett, als sich die Quelle http://kernel-archive.buildserver.net/debian-kernel als nicht erreichbar zeigte. Aufgrund ähnlicher Schilderungen scheint diese Quelle seit dem 25.10.2009 nicht mehr erreichbar zu sein. Um an einen Kernel und die passenden Header zu kommen, habe ich mich für den Kernel 2.6.30 aus den UNSTABLE-Quellen entschieden. Mit dem temporären Hinzufügen der Quelle
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ unstable main non-free
können Kernel und Header der Version 2.6.30 installiert werden. Nach dem Update des Kernels funktioniert auch das Komplilieren des VirtualBox-Kernelmoduls mittels
/etc/init.d/vboxdrv setup
wieder problemlos. Auf ein apt-get upgrade würde ich als Anhänger der stabilen Version während der aktiven UNSTABLE-Quelle auf jeden Fall verzichten.
05.11.2009
Ubuntu unter Termindruck ?
Wie aktuell bei golem.de in einem Artikel angesprochen, berichten derzeit verstärkt Anwender der Linux-Distribution Ubuntu von Problemen bei der Migration auf die neue Version 9.10. Auf den ersten Blick scheinen nur Kleinigkeiten die verschiedensten Probleme zu verursachen. Diese können entstehen, wenn man sich selbst immer wieder mit festen Release-Terminen unter fehlerverstärkenden Druck setzt. Treiben beispielsweise kommerzielle Ziele und Hintergründe bei Mandriva die Distribution zum Erscheinen der Version 2010 noch im Kalenderjahr 2009, so scheint die Ubuntu-Gemeinschaft auch weiterhin einen festen Release-Zyklus zu verlangen. Dass die Qualität der Distribution darunter leidet, sieht man meines Erachtens bei Mandriva und nun auch Ubuntu. Die Meinung, Entwickler auf diese Weise zum Veröffentlichen einer eventuell noch fehlerbehafteten Version motivieren zu müssen, teile ich nicht.
Fazit: Natürlich ist Ubuntu auch weiterhin als die verbreiteste Linux-Distribution für Anwender und Einsteiger geeignet. Jeder sollte sich aber vor Augen halten, dass Projekte nicht allein durch das feste Erscheinen von Nachfolgeversionen besser werden. Wer es nach ersten Erfahrungen mit Ubuntu ein wenig stabiler und schlanker mag, der sollte lieber zum Original greifen -> Debian! ;-)
• http://www.ubuntu.com
• http://www.mandriva.com
• http://www.golem.de/0911/70976.html
04.11.2009
Oops - Der Proxy ist weg
Neben dem Platzhirsch Squid ist Oops ein weiterer Vertreter der Gattung Proxy-Server. Während Squid mit seinem Funktionsumfang, einer extremen Anpassungsfähigkeit und der Anbindungsmöglichkeit von sehr vielen gleichzeitigen Clientzugriffen glänzt, hat sich der schlanke Proxy-Server Oops der maximalen Performance verschrieben. Squid geht auf aktueller Hardware auch bei hunderten von gleichzeitigen Zugriffen in der Regel nicht in die Knie. Oops ist als schlanke und hochperformante Anwendung eher für kleinere Gruppen oder als persönlicher Proxy geeignet. Obwohl durch die zwischenzeitlich hohen Verbindungsgeschwindigkeiten zum Internet keine bahnbrechende Tempoerhöhung durch den Einsatz eines Proxys zu erwarten ist, macht ein solcher Server unter bestimmten Umständen auch heute noch Sinn. So kann durch den Einsatz eines intelligent konfigurierten Proxys das Datenvolumen dann reduziert werden, wenn volumenabhängige Datentarife im Mobilfunkbereich greifen.
Ich habe mit diesem Proxy, auch unter Debian, schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Der volumenreduzierende Helfer lief im Dauerbetrieb über Monate auf meinem Homeserver ohne Geschwindigkeitsverlust und Stabilitätsprobleme durch. Leider kann Oops auf aktuellen Debian-Versionen mit den voreingestellten Quellen nicht mehr installiert werden, da er nur noch im old-stable-Repository verfügbar ist. Mit einer temporären Anpassung der Quelldefinition kann Oops durch das Zufügen folgender Zeile in der /etc/apt/sources.list und einem apt-get update aber auch heute noch installiert werden:
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ oldstable main non-free
Die Installation ist nach dem Zufügen der Quelle per apt gewohnt problemlos:
apt-get install oops
Die weitere Konfiguration des Server ermöglicht zum Beispiel die Wahl eines abweichenden Ports. In den Default-Einstellungen leistet Oops jedoch schon beachtliche Ergebnisse.
Fazit: Als schlanker Proxy-Server macht Oops auf Notebooks, die mit einem vokumenabhängigen Mobilfunktarif in das Internet gehen, durchaus auch ohne Performancegewinn Sinn, da beim Einsatz verschiedener Browser oder auch bei Einsatz eines schlecht arbeitenden Browsercaches noch wertevolle MB gespart werden können!
• http://freshmeat.net/projects/oops-proxy/
02.11.2009
Haiku trifft Debian
Nach meinem emulierten MacOS und dem Blogeintrag zum BeOS-Office Gobe Productive ging mir als ehemaliger Anwender und Fan des Betriebssystemes BeOS das Nachfolgeprodukt Haiku nicht aus dem Sinn. Der BeOS-Nachfolger Haiku hat vor wenigen Tagen seine erste Alpha-Version zur Verfügung gestellt. Mit seinen verträglichen Hardware-Mindestanforderungen ist es gut für den Betrieb in einer virtuellen Umgebung, auch auf meinem antiken Testsystem, geeignet. Virtualbox steht Debian als OpenSource-Variante in den hauseigenen Quellen zur Verfügung. Mit
apt-get install virtualbox-ose
ist der Host in wenigen Minuten für die Virtualisierung vorbereitet. Der OpenSource-Ableger hat gegenüber der ebenfalls freien VirtualBox-Version von SUN ein paar Einschränkungen. So kann in der OSE-Version zum Beispiel kein USB-Anschluss des Hosts durchgereicht werden. Für einen einfachen Test von Haiku ist dies aber nicht relevant.
Als Installationsmedium habe ich die letzte verfügbare Live-CD von Haiku gewählt. Das ISO-CD-Image kann ohne Brennvorgang direkt in VirtualBox eingebunden werden. Für VMware steht ein fertiges Festplatten-Image zur Verfügung, welches prinzipiell auch in ein VirtualBox-Image konvertiert werden kann. Da ich mir auch den aktuellen Installationsvorgang ansehen wollte, habe ich in eine zuvor frisch angelegte virtuelle Festplatte mittels ISO-CD installiert. Als Betriebssystemeinstellung habe ich in VirtualBox die Auswahl Other/Unknown mit 128MB RAM gewält.
Die Installation von Haiku stellt nach dem auf CD umgestellten Boot keine wirkliche Hürde dar. Die Festplattenvorbereitung mag für einen BeOS-Neuling vielleicht ungewohnt sein, ich selbst fühlte mich im BeOS-nachempfundenen Partitionierer,Installer und dem späteren Desktop schnell wieder wohl. Die gesamte Festplatten-Installation ist in weniger als 10 Minuten zu schaffen. Nach dem Start von Haiku funktionierten Demo-Anwendungen und der per NAT arbeitende Firefox-Port Bezilla einwandfrei. Bei Problemen mit dem Netzwerk empfehle ich den Wechsel der virtuellen Netzwerkkarte auf die Einstellung IntelPro. Leider musste ich feststellen, dass das deutschsprachige BeOS-Softwarearchiv bezip.de, ehemals eine stets gut gepflegte Plattform, nicht mehr existiert. Damit fallen auch viele Download-Quellen von bebits.com aus, da diese oft auf bezip.de verwiesen. Als aktives Software-Verzeichnis habe ich dann aber www.haikuware.com entdeckt. Dort konnte ich auch die Demo-Version von Gobe Productive laden. Nach erfolgsversprechender Installation konnte das Office-Paket dann aber nicht gestartet werden. Auch einige andere mir bekannte und von haikuware.com ladbaren Anwendungen versagten unter meinem Haiku noch Ihren Dienst. Ich bin mir sicher, mit etwas Handarbeit durchaus noch die eine oder andere Software zum Laufen übereden zu können. Doch erst einmal habe ich von Haiku genug gesehen.
Fazit: Die Alpha-Version macht mit funktionierendem Netzwerk einen vielversprechenden Eindruck. Bereits jetzt kann man das schlanke System durchaus zum sicheren Surfen in einer virtuellen Umgebung benutzen. Nach dem ersten Alpha-Release werden die Entwickler mit Sicherheit konstruktives Feedback für die Weiterentwicklung bekommen. Ich werde Haiku auf jeden Fall im Auge behalten.
• http://www.haiku-os.org
• http://www.haikuware.com
28.10.2009
Schlaf, Platte schlaf ...
Auf dem Weg zu einem stabilen und stromsparenden Betrieb meines Homeservers gehe ich, wie nun schon mehrfach in diesem Blog erwähnt, den Weg über einen ZFS-Festplattenspiegel. Neben der erhöhten Datensicherheit durch mirror (raid1) schlägt beim Zugriff auf Datenbestände durch den parallelen Zugriff beider Spiegel-Medien nun ein erhöhter Energieaufwand zu Buche.
Aktuelle Festplatten benötigen im Betrieb heute zwischen 7-10 Watt und ziehen auch im Standby noch etwa 2-3 Watt. Bei einer Rechnung mit 8 Watt im Betriebsszustand summieren sich die permanenten Stromkosten im Dauerbetrieb bei einem Preis von 23Cent/kWh auf über 32 EUR im Jahr. Wenn ich die durchschnittliche Nutzung der beiden Platten mit 4 Stunden täglich ansetze (4h Onlinebetrieb und 20h Standby / Tag), kann man durch Abschaltung der Platten und Reduzierung des Verbrauches ca. 20 EUR jährlich sparen.
20 EUR sind mir neben der gewünschten Laufzeitverlängerung der Platten Grund genug, die Festplatten bei Nichtgebrauch abzuschalten. Während moderne Systeme bereits auf BIOS-Ebene Stromsparfunktionen anbieten, lasse ich lieber Debian die Abschaltung der Festplatten steuern.
Für die Abschaltung der Platten gibt es verschiedene Tools. Ich favorisiere hdparm, welches ursprünglich für die Steuerung von IDE-Platten programmiert wurde.
apt-get install hdparm
Obwohl hdparm die eingesetzten SATA-Platten ohne Probleme unterstützt, rate ich bei problemverursachenden Festplatten zum Blick auf sdparm.
Das Hilfsmittel hdparm selbst ist nicht sehr komplex. Für meinen Einsatzzweck ist schlicht der Parameter zum zeitgesteuerten Abschalten der Platte relevant. 10 Minuten halte ich für einen akzeptablen Zeitraum, da der abgeschaltete Pool auch nach einer 15-minütigen Kaffeepause nur wenige Sekunden zum schnellen Aufwachen benötigt.
Folgender Konsolenbefehl aktiviert den Selbstabschaltungstrieb:
hdparm -S 120 /dev/sda (oder halt auch sdb ... )
Dieses Schlafmittel trägt man nun dauerhaft in ein Startskript ein (/etc/rc2.d/S95sethd). Fertig !
Fazit: Durch sinnvolles Abschalten kann der Stromverbrauch der Festplatten reduziert und deren Lebenserwartung verlängert werden. Doch Vorsicht: Ein übertrieben aggressives Abschalten der Platten kann durch das permanente Ab-und Anschalten in der Nutzungsphase auch ein gegenteiliges Ergebnis der Lebenserwartung (der Platten) bewirken.
22.10.2009
ZFS in Produktion
Bereits am 22.9.2009 berichtete ich in meinem Blogeintrag über den ehrgeizigen Plan, den Datenpool meines Linux-Homeserver vom Dateisystem ext3 auf ZFS zu migrieren. Der zu Testzwecken aufgesetzte ZFS-Pool machte in der gesamten Testphase keine Probleme. Auch das Umhängen der Platten in ein nativ ausführendes NexentaOS machte kein Grund zur Besorgnis; konnten doch die Daten von einem zweiten System per ZFS-Import gelesen und weiterverwendet werden.
Mit dem Kauf neuer Festplatten, die das anwachsende Datenvolumen wieder einmal notwendig machte, habe ich diesen Plan nun umgesetzt. Zwei Platten des Types Samsung SpinPoint F2 EcoGreen 1.5TB bilden mit ihrem stromsparenden und dank 5400rpm wenig Wärme produzierenden Betrieb eine ideale Basis für einen ZFS-Spiegel. Wie in der Testinstallation habe ich die Platten als mirror in den ZFS-Pool aufgenommen. Die im Testbetrieb nachgewiesenen Durchsatzraten konnte ich durch den Einsatz der aktuellen Platten sogar noch steigern; ein genauer Test mit Performancetools ist in Planung. Der Pool fertigt als Datensicherung einen nächtlichen Snapshot an. Somit kann jederzeit auf einen definierten Stand einer zwischenzeitlich veränderten Datei zugegriffen werden. Ein per Cronjob am Wochenende laufendes scrub prüft periodisch die gesamte Konstistenz und Selbstheilung der Platten.
Obwohl ich aktuell sehr zuversichtlich bin, sichere ich derzeit noch parallel auf eine externe USB-Platte, die konservativ mit ext3 betrieben wird. Auch hier besteht durchaus die Möglichkeit, künftig per zfs send und zfs receive auf einen weiteren ZFS-Pool zu sichern.
Fazit: ZFS macht auch per ZFS-FUSE auf einem Debian Lenny Sinn und Laune!:-)
15.10.2009
RagTime-Suchbild
Nach dem gerade geschilderten Installieren nun erst einmal einen richtigen Schluck Kaffee!
Und nach so viel Arbeit mit einem virtuellen Mac und RagTime schmeckt der Kaffee aus dieser Tasse (Bild) besonders gut! :-) Leider sieht man auf dem Foto auch ohne Inhalt kaum die Aufschrift auf der Tasse. Mit etwas Phantasie und gutem Willen kann man aber die Produkt-und Firmenbezeichnung lesen. Wie gesagt; leider wird die teure Profi-Software für Privatanwender nicht mehr kostenfrei angeboten. Die Anwendung war und ist für mich deshalb so herausragend, weil die klassischen Bereiche Bild, Text und Tabelle in dieser Anwendung bereits vor vielen vielen Jahren verschmolzen und über Rahmen gesteuert wurden. Aktuell kämpft die RagTime GmbH nach Insolvenz noch am Markt. Ein gutes Gefühl habe ich aber nicht, wenn ich mir die Berichterstattung abseits der firmeneigenen RagTime-Seite ansehe. Eine Frage bleibt:
RagTime - Hat Dich die Einstellung der freien Version nun gerettet ?
15.10.2009
Macinlux
In den letzten Tagen mußte ich immer wieder einmal kurzfristig ein paar Gedanken niederschreiben und notieren. Da der kleine Mac Classic (siehe Blogbeitrag vom 21.09.2009) noch aufgebaut zur Verfügung stand, griff ich kurzfristig und freudig diese abwechslungsreiche Möglichkeit auf. Da das unter RagTime entstandene Material dann aber doch sehr umfangreich und breits unter dieser genialen Anwendung auf dem 8MHz-Knubbel formatiert wurde, bestand nun die Aufgabe der Konvertierung. Das gewünschte Zielformat PDF kann auf dem historischen System nicht ohne weiteres erzeugt werden. Zwar habe ich mittels Plugin unter BBedit auf dem alten Mac ein PDF erzeugen können, jedoch gehen in diesem Texteditor die bestehenden Formatierungen verloren. Eine Umwandlung und Archivierung muß aus diesem Grund auf einem anderen System stattfinden. Da der Mac nicht in das Heim-Netzwerk integriert ist, fällt die Wahl auf den Datenaustausch mittels Diskette. Jüngeren Lesern sei an dieser Stelle Wikipedia oder eine ausführliche Schilderung des Großvaters zur Begriffserklärung des Wortes Diskette empfohlen. ;-)
Während die Sicherung auf deiner DOS-Diskette kein Problem für den alten Mac darstellt, stellt die Suche nach einem mit einem Diskettenlaufwerk ausgestatteten Zielsystems das eigentliche Problem dar. Einzig der ausgemusterte Home-Server, der knapp 3 Jahre mit 500MHz und 256MB RAM als ehemaliger kompakter Desktop seinen Dienst verrichtete, ist mit dem gewünschten Laufwerk ausgestattet. Auf dem System wurde aus Testgründen vor längerer Zeit bereits ein Debian-Linux aufgespielt, welches ich in wenigen Schritten auf einen neuen Stand aktualisiere.
Da ich mit Importfiltern für RagTime-Dokumente keine positiven Erfahrungen gemacht habe, bietet sich die Wandlung in PDF aus einem nativen RagTime heraus an. Das mehrere Hundert EUR teure RagTime stand längere Zeit für Privatanwender kostenfrei zur Verfügung. Leider hat der Hersteller diesen Service zwischentzeitlich zurückgezogen. Vorhandene Versionen können aber selbstverständlich auch weiterhin privat genutzt werden. Während die mir sogar als Vollversion zur Verfügung stehende Version 3 nur auf dem Mac läuft, kann die Private Edition Version 5 auf Mac und Windows eingesetzt werden. Natürlich entscheide ich mich gegen Windows und für den Betrieb unter MacOS. Aus diesem Grund ist eine Mac-Emulation auf dem vorhandenen System eine interessante Lösung.
Für Linux stehen meines Erachtens zwei brauchbare Mac-Emulatoren zur Verfügung. Basilisk emuliert einen 68k-Mac, während Sheepshaver mit der Emulation eines PPC sogar MacOS8/9 und RagTime 5 ermöglicht. Zwecks Flexibilität entscheide ich mich für Sheepshaver. Leider steht in den offiziellen Debian-Quellen kein Installationskandidat für Sheepshaver zur Verfügung. Aus diesem Grund greife ich zum Installationspaket einer Fremddistribution:
wget http://gwenole.beauchesne.info/projects/sheepshaver/files/SheepShaver-2.3-0.20060514.1.i586.rpm
Für eine Installation unter Debian wandle ich das Paket in DEB um. Dafür benötige ich noch ALIEN
apt-get install alien
Die Konvertierung selbst ist schnell gemacht:
alien -k SheepShaver-2.3-0.20060514.1.i586.rpm
Die Installation dann wie immer:
dpkg -i sheepshaver_2.3-0.20060514.1_i386.deb
Leider bricht der Start der Anwendung noch ab, da eine Lib fehlt:
SheepShaver: error while loading shared libraries: libgtk-1.2.so.0: cannot open shared object file: No such file or directory
Die fehlende Lib ist aber auch kein Problem:
apt-get install libgtk1.2
Nun startet Sheepshaver in das Konfigurationsdokument. Wie die meisten Emulationen benötigt auch Sheepshaver das ROM-File eines bestehenden Macs. Ich habe mir vor längerer Zeit einmal die Arbeit gemacht und das ROM eines älteren Macs extrahiert. Nachahmern empfehle ich die Suchbegriffe Newworldmac und ROM (einen vorhandenen Mac vorausgesetzt). Mit ROM-File, 64MB RAM und einem noch alten System-Image startet Sheepshaver nun in die gewüschte Fenstergröße von 1024x768. Der zähe Boot und die folgende Geschwindigkeit erinnern mich dann wieder an den unter Debian-Linux sogar noch ausreichend flott arbeitenden Pentium II mit 500MHz. Trotzdem ist das System noch gut bedienbar und läßt mich ohne Probleme RagTime 5 (Privat) installieren. An dieser Stelle kommt sogar die optional erhältliche Rechtschreibprüfung zum Einsatz, die ich für RagTime 5 seinerzeit nachgekauft hatte, da aus Lizenzgründen nicht in der freien Version enthalten. Auf dem Macinlux stehen mir nun RagTime Version 3 und 5 zur Verfügung. Auf die Netzwerkeinbindung des Emulators verzichte ich, da ich aus der Emulation heraus auf das lokale Linux-Dateisystem mit den gemounteten Serverlaufwerken zugreifen kann.
Think different!
• http://sheepshaver.cebix.net/
• http://de.wikipedia.org/wiki/SheepShaver
• http://www.ragtime.de/start.html
• http://de.wikipedia.org/wiki/RagTime_(Software)
06.10.2009
Vanessa ist da
Entgegen der Aussage, hier keine zu intimen Details meines Privatlebens zu publizieren, möchte ich auch in diesem Blog über einen großen Tag in meinem Leben berichten. Am 6.10.2009 erblickte unsere sehnsüchtig erwartete Prinzessin Vanessa das Licht der Welt. Freunde und Familienmitglieder erhalten über ein Kennwort weitere Informationen und Bilder im internen Bereich dieser Homepage!
30.09.2009
Mount über ID
Der Wegfall der windowstypischen Laufwerksbezeichnungen (C wie Chaos, D wie Drama ...) ist sicherlich einer der motivierenden Gründe zum Wechsel auf ein unixoides Betriebssystem. Obwohl fortan nur noch aussagekräftige Device-Bezeichnungen gelten, kann auch auf einem Unix oder Linux eine Menge schief gehen. So ist das feste Einhängen von Wechselmedien, in meinem Fall externe USB-Festplatten, durchaus mit einer Verwechslungsgefahr versehen. Gerade bei automatisierten Skript-Mechanismen können durch falsch eingehängte Medien Nutz- durch Sicherungsdaten überschrieben oder ggf. gelöscht werden.
Einerseits kann das Einhängen der Platten zwar über Geräte-IDs in der /etc/fstab gesteuert werden. Andererseits verhält sich Debian (und auch andere Linux-Distributionen) sehr störrisch, wenn über IDs zugewiesende Medien beim Startvorgang fehlen. Dies kann bei USB-Platten durch Defekt oder Austausch aber immer mal passieren! Wenn der Bootvorgang mit einem solchen Hinweis unterbrochen wird, ist bei monitorlos betriebenden Systemen (wie meinem Home-Server) Freude angesagt bzw. der Anschluß von Peripherie notwendig.
Aus diesem Grund habe ich den Mount nicht über die /etc/fstab gesteuert, sondern mounte die Platten etwas später über ein im Startvorgang hinterlegtes Skript:/etc/rc2.d/S91mount
mount /dev/disk/by-id/usb-IOMEGA_External_HDD_000074372736-0:0-part1 /extern/backup/
mount /dev/disk/by-id/usb-IOMEGA_External_HDD_000028374627-0:0-part1 /extern/data_1/
Die IDs bekommt man wie folgt heraus:
ls -la /dev/disk/by-id/
Sollte ein Medium zum Zeitpunkt der Skriptausführung nicht zur Verfügung stehen, so kann man dies immer noch in Ruhe an dem trotzdem gestarteten System remote durchführen.
29.09.2009
GoBe or not GoBe(Productive)
In meiner aktiven BeOS-Phase gab es neben der betawürdigen AbiWord-Version nur ein weiteres ernstzunehmendes Office-Paket: GoBe Productive. Das früh auf den BeOS-Zug aufgesprungende Unternehmen GoBe lieferte mit seinem aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Malprogramm bestehenden Paket ein gutes Stück kommerzielle Software, welches auch heute noch oft auf BeOS-und Haiku-Installationen zum Einsatz kommt. Die bis zur Version 2 entwicklelte Software machte auf dem für Multimedia ausgelegtem Betriebssystem, sei es nun BeOS oder der aktuell noch nicht fertige Nachfolger Haiku, einen schnellen und stabilen Eindruck. Ich kann mich noch sehr gut an das Verschieben von Grafiken in einem Fließtext erinnern. Die Gechwindigkeit, mit welcher der umliegende Text in Echtzeit verzögerungsfrei um das sich bewegende Objekt angepasst wurde, war für BeOS-Neulinge extrem beeindruckend.
Zufällig stiess ich bei meiner abendlichen Recherche auf die aktuelle Seite der Firma GoBe. Dort wird die Version 3 für Windows angeboten. Leider ist auf der Homepage nicht ersichtlich, ob der Verkauf dieser für BeOS nie erschienenden Version noch aktuell durchgeführt wird. Ältere Versionen sind leider nach wie vor nur gebraucht erhältlich. Auch für das zwischenzeitlich eingestellte Betriebssystem der Firma Be ist bis heute keine Freigabe erfolgt, obwohl diverse Meldungen in 2002 ein bevorstehendes Stellen der Software unter GPL ankündigten.
Ich habe in den vergangenen Jahren nichts weiter von Gobe Productive gehört. Letzte Aktivitäten aus diesem Lager habe ich im Zusammenhang mit dem wieder vom Markt verschwundenen Betriebssystem ZETA verfolgt. Dort konnte man sich meines Erachtens zu keinem Bundle verständigen. Aus diesem Grund vermute ich, dass die (hoffentlich noch bestehende) Firma in heutigen Tagen keine nennenswerten Verkäufe mit diesem Produkt generiert. Vielleicht geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder? Eine Freigabe für BeOS und Haiku wäre für die verbliebenden und neuen Anwender dieser Systeme mit Sicherheit begrüßenswert, da für diese Plattformen kein weiters halbwegs aktuelles Office-Produkt dieser Größenordnung und Umfanges verfügbar ist.
Aber auch die vollmundig angekündigte und nie erschienende Version für Linux würde mit Sicherheit Anwender finden. Für weitere Informationen zu BeOS oder Haiku empfehle ich die Pofacs-Ausgaben #34 und #52!
• http://www.gobe.com
&bull http://www.bebits.com/app/1660
28.09.2009
Das wirkliche Netbook
Die Bezeichnung Netbook beschreibt heute umgangssprachlich eine ganze Produktgattung von kleinen und mobilen Notebooks. Mit dem in pofacs#030 näher untersuchten EeePC der Firma ASUS begann 2007 die aktuell anhaltende Erfolgsstory dieser kleinen und teilweise auch preiswerten Geräte.
Nur wenige Anwender wissen, dass der Begriff Netbook ursprünglich die Produktbezeichnung eines solchen ultramobilen Gerätes der Firma Psion (siehe Bild) war. Nach kurzen Verwirrungen und Rechtsstreitigkeiten darf der Begriff Netbook heute, auch dem Einlenken Psions zu verdanken, für die kleinen Helfer anderer Fabrikate verwendet werden.
Diese interessanten Umstände wollte ich mir näher ansehen und habe aus diesem Grund Kontakt zur bestehenden Psion-Fangemeinde aufgenommen. Neben den informativen Seiten von psionwelt.de brachten mir auch Antworten des meines Erachtens einzig verbliebenden Psion-Händlers in Deutschland, Herrn Christoph Pulster, Aufschluss über den diesbezüglich aktuellen Markt. So stellt Psion selbst seit 2004 keine Geräte für Privatanwender mehr her. Das Netbook und das Netbook Pro sind im Gensatz zu Ihren Schwarz-Weiss-Vorgängern mit einem Farbdisplay erhältlich. Auf dem seit 2000 verfügbaren Netbook arbeitet mit EPOC, dem Vorläufer des Betriebsystems Symbian, ein schlankes und stabiles System. Dem steht das seit Ende 2003 verfügbare Netbook Pro mit leistungsstärkerer Hardware und einem größeren Display gegenüber. Leider hinkt der Vergleich dieser beiden Geräte, da auf dem aktuelleren Netbook Pro mit der leistungsfähigeren Hardware das als träge beschriebende Betriebssytem WindowsCE läuft.
Trotzdem interessiert es mich natürlich , ob und was ein unter WindowsCE laufendes Netbook aus dem Jahr 2003 heute noch taugt. Laufzeiten von über 10 Stunden konnten die Geräte von Psion bereits vor vielen Jahren bieten. Ich habe das Thema Psion Netbook in die Agenda für Pofacs aufgenommen und werde, genügend Zuarbeit und auskunftsfreudige Interviewpartner vorausgesetzt, in einer späteren Pofacs-Ausgabe berichten.
• http://www.psionwelt.de
• http://www.pulster.de
23.09.2009
Damn Small Linux
In Vorbereitung auf den nächsten Pofacs-Beitrag habe ich mir die LiveCD Damn Small Linux (DSL) angeschaut. Diese Distribution nutzte ich bereits in der frühen Version 0.9 bis zu einer späteren 2.3 oder 2.4. Aus den Augen verloren hat sich dieses schlanke auf Debian/Knoppix basierende System zwischenzeitlich zur Version 4.4.10 weiterentwickelt. Neben den guten Erinnerungen an diese Distribution finde ich nach wenigen Minuten auch die alten Tugenden dieser aktualisierten Linux-Variante wieder. Nach wie vor ist die selbst auferlegte Größenbeschränkung von 50MB gültig. Das installierbare Live-System passt auch heute noch auf die Mini-CD-Rohlinge im Visitenkartenformat. Bei dieser Größenbeschränkung wundert es nicht, dass man bei der Wahl der mitgebrachten Applikationen Wert auf den geringen Ressourcenverbrauch der Anwendungen legt. Dies äußert sich neben geringen Platzbedarf auf dem Medium, denn auch ein USB-Stick kann das schnelle Linux beheimaten, sehr postitiv auf den Speicherbedarf aus. 20,8 MB genutztes RAM wirken nach dem Start des Mini-Systems im Vergleich zu gängigen Betriebssystemen fast lächerlich. Damit beweist DSL jedoch seine versprochene Fähigkeit, bereits ab einem 486DX mit 16MB RAM zu laufen. Einen solchen Minimal-Test kann ich mangels geeigneter Hardware leider nicht nachstellen; massive Speichereinschränkungen in der virtuellen Umgebung brachte DSL zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis. Dem zugeordneten ISO-Image musste ich unter Virtualbox allerdings die aktivierten SATA-Festplatten des virtuellen Vorgängersystems entziehen, da das System sonst nicht bootete. Ein neu angelegtes Festplattenimage als IDE-Device sollte das Problem hier sicherlich beheben.
DSL kann neben der Installation auf Festplatte, in diesem Fall kann man es zu einem braven Debian machen, auch komplett im RAM laufen. Beim Start der LiveCD empfehle ich Besitzern eines Systems mit mehr als 128 MB RAM deshalb die Start-Parameter:
dsl toram lang=de.
Nach dem Laden des kompletten Systems in den RAM-Speicher läuft DSL durch den Wegfall zeitaufwendiger Zugriffe auf die CD zu ungeahnten Höhenflügen auf. Schneller habe ich meinen Firefox noch nicht starten sehen, auch wenn der auf Firefox 2.0 basierende Bon-Echo-Verschnitt nicht die aktuellste Version darstellt. Der rote Faden der in die Jahre gekommenden Versionen zieht sich durch die komplette Anwendungssoftware der Distribution, obwohl DSL 4.4.10 mit dem Kernel 2.4.31 selbst nicht wirklich alt ist. Die betagten Versionen verdeutlichen jedoch das sinnlose Aufblasen des Programmcodes aktueller Anwendungen. Die angegrauten Anwendungen selbst sind gut gewählt. Einzig die Wahl der Office-Anwendungen läßt auf das enge Bit-Budget schließen. Die Textverarbeitung Ted und die Tabellenkalkulation Spreadsheet würde man sich sicherlich ohne Zwang sonst nicht auf die Platte oder die CD packen. Sinnvolle Alternativen, wie ein Abiword oder Gnumeric, finden aber per Paketverwaltung MyDSL den Weg in das Live-System oder auf die Festplatte. Diese sprengen dann zwar die 50MB-Grenze, machen das System aber zu einer vollwertigen Desktop-Lösung.
Mein Fazit: DSL macht nicht nur auf älteren und langsameren Rechnern eine gute Figur. Es kann neben dem Einsatz als Live-System problemlos dauerhaft installiert werden. Neben Puppy-Linux ist DSL eine extrem ressourcensparende Distribution, die mit Installation zu einem vollwertigen Debian wird. Wer seine Distribution auf einem Medium stest dabei haben möchte, sei es nun eine Mini-CD oder ein USB-Stick, sollte zu Damn Small Linux greifen. Ohne viel Arbeit kann DSL aber auch jederzeit als schlanke Basis für eine auf einem 2.4-Kernel basierende Debian-Installation dienen.
• http://www.damnsmalllinux.org/
22.09.2009
ZFS
Über die Vorteile des Dateisystems ZFS habe ich bereits mehrfach im Podcast berichtet. Da ich sehr großen Wert darauf lege, meine digitalen Daten auch morgen noch besitzen und nutzen zu können, ist das Überfilesystem ZFS mit seinen eingebauten Funktionen Konsistenzschutz, Selbstheilung oder Snapshots ein wichtiges Thema für mich.
Leider wird ZFS aktuell offiziell nur unter (Open)Solaris,BSD und Nexenta nativ im Kernel ausgeführt. Auch unter MacOSX 10.6 ist meines Erachtens vor Nutzung von ZFS noch ein wenig Handarbeit am Kernel notwendig.
Der Aufbau eines zusätzlichen Storage-Systems mit einem nativen ZFS, das neben meinem Debian-Homeserver parallel für eine sichere Datenhaltung sorgt, kam aus Gründen des erhöhten Stromverbrauches nicht in Frage; obwohl sicherlich am Einfachsten. Selbst der Gedanke zu einem Komplettwechsel auf ein ZFS nativ ausführendes Systems kam mit kurz in den Sinn. Dies wurde dann aber schnell wieder verworfen, da ich mit Debian Linux sehr zufrieden bin. Einen weiteren Gedanken verlor ich in die Konstellation eines unter Debian virtuell gehosteten OpenSolaris, welches auf zugewiesene USB-Festplatten zugreift. In diese gedanklichen Spinnereien platzte dann jedoch ein Blogeintrag, der einen stabilen Betrieb eines ZFS unter Linux per FUSE beschrieb. Im Vorfeld hatte ich immer wieder Berichte von ZFS-FUSE-Installationen auf Linux-Systemen verfolgt. Allerdings war das bisherige Fazit dieser Beiträge eher ernüchtert. Stets wurde die schlechte Performance und eine unzureichende Stabilität einer ZFS-FUSE-Installation mit der Version 0.4 beschrieben. Im Gegensatz zu diesen nagativen Aussagen beschrieb nun ein experimentierfreudiger Linuxkollege von seinen grundsätzlich positiven Eindrücken der Version 0.5 unter Ubuntu. Da nichts über eigene Erfahrungen geht, nahm ich die Zeilen dieses Blogeintrages zum Anlass, eigene Erfahrungen mit ZFS-FUSE zu sammeln.
Gesagt - getan. Die Installation von ZFS-FUSE 0.5 auf meinem STABLE DEBIAN LENNY verlief ohne größere Probleme.
apt-get install devscripts build-essential zlib1g-dev libfuse-dev scons debhelper fakeroot xsltproc docbook-xsl fuse-utils
wget http://debian.luna.com.tw/lenny/zfs-fuse_0.5.1-1_i386.deb
dpkg -i zfs-fuse_0.5.1-1_i386.deb
Nach Installation von ZFS habe ich erst einmal ein paar Datendateien erzeugt und diese als Datenquelle für einen Pool eingerichtet. Das Erzeugen mittels zpool verlief problemlos. Als ZFS-Version wird statt der Version 6 aus dem zfs-fuse-0.4 hier eine Version 13 angegeben, die der Version 16 des aktuellen OpenSolaris schon wesentlich näher kommt. Nach dem Spielen mit den Datendateien habe ich mich dann zu einem praxistauglicheren Test entschieden. Die Ergebnisse des Testes möchte ich hier gern publizieren, da gerade der Begriff LANGSAM im Zusammenhang mit ZFS-FUSE ein dehnbarer Begriff ist und ich nie genaue Werte eines Benutzers nachlesen konnte.
Als Testsystem kommt mein Debian-Homeserver (Debian 5.0 (Lenny) 2.6.26-2-686, AMD Semptron 3400+, 2GB RAM) zum Einsatz. Mit zwei älteren 80GB-SATA-Platten (sdc und sdd) habe ich zu Testzwecken einen Spiegel für ein Datenlaufwerk gebaut:
zpool create test mirror /dev/sdc /dev/sdd
Danach noch schnell ein paar Filesysteme aufgesetzt, um später mit verschiedenen Kompressionsarten und Snaphots zu spielen:
zfs create test/Anton
zfs create test/Berta
...
Das Filesystem Anton habe ich unkomprimiert gelassen, während ich Berta mit einem schnellen Kompressionsverfahren ausstatte:
zfs set compression=zjlb test/Berta
Die Platten haben im Vortest eine native Schreibrate von > 52 MB/s unter ext3 erreicht. Beim Verschieben einer etwas größren Datei (ca. 700 MB) erreiche ich nun:
- ohne ZFS auf Einzelplatte (ext3) = 52 - 54 MB/s
- Anton (zfs compression=off) = 15 - 16 MB/s
- Berta (zfs compression=zjlb) = 16 - 18 MB/s
Die immer wieder geschilderte hohe CPU-Last kann ich nicht nachvollziehen. Beim Verschieben von Dateien oder beim zfs scrub lockte ich die sonst stromsparende Single-Core-CPU nicht aus der Reserve. Das System, das die Geschwindigkeit durch powernowd dem jeweiligen Bedarf durch Wechsel der Taktung anpaßt, lief meist heruntergetaktet. Dies macht eine prozentuale Schilderung damit etwas schwieriger. Ich habe mich deshalb zu einem CPU-Test durch Kodierung einer OGG-Datei entschieden. So benötigte ich folgende Zeiten für die Umwandlung einer 312MB-Wave-Datei in OGG (Kodierung in das jeweils eigene Verzeichnis):
- ext3 nativ = 2min 38s
- zfs (compression=off) = 2min 40s
- zfs (compression=zjlb) = 2min 42s
Der Geschwindigkeitsverlust durch ZFS-CPU-Last + ggf. verminderten Festplattenzugriff auf meinem System betrug in diesem Beispiel also nur max. 2,5 Prozent! Während der Kodierung entstand neben 97 Prozenz CPU-Last durch oggenc nur 2-3 Prozent Last durch zfs-fuse.
Fazit: Die Geschwindigkeit reicht für mich völlig aus, da ich aktuell nur über ein 100MBit-LAN oder 54MB-WLAN auf die relevanten Daten zugreife. Mein typischer Datendurchsatz mit bis zu 12 MB/s liegt somit unter der durch ZFS bereitgestellten Geschwindigkeit. Während des gesamten Tests und der vergangenen 2 Wochen arbeitete das System stabil und fehlerfrei. Aktuell zeichnet VDR auf den ZFS-Mirror auf und erzeugt somit noch etwas Testvolumen und Last. Bis zum produktiven Einsatz werde ich die Sache aber noch beobachten und hier berichten.
• http://pofacs.de/#035
• http://de.wikipedia.org/wiki/ZFS_(Dateisystem)
• http://zfs-on-fuse.blogspot.com/
21.09.2009
System 7 lebt !
Da steht er nun auf dem Tisch! 8 MHz CPU (oder waren es nicht sogar nur 7,14 MHZ?), 4 MB RAM und 40MB Festplattenplatz warten auf Ihren Einsatz!
Vor ein paar Jahren schenkte mir ein Freund dieses kleine Wunderwerk der Technik, das seine Frau während des Studiums gelegentlich nutzte und dann in den Keller verbannte. Alle Jahre wieder hole auch ich ihn wieder heraus. Der kleine Mac aus dem Jahre 1991 läuft auch heute noch ohne Probleme an. Nach den knapp 30 Sekunden Bootzeit erstrahlt das alte System 7 auf dem 9 Zoll kleinen Schwarz-Weiss-Monitor. Dieser ist noch erstaunlich hell und scharf und stellt die einzig mögliche Auflösung von 512 x 384 Bildpunkten dar. Auf dem Computer habe ich Ragtime3 und Symantec Works (ja, die haben einmal Officeprodukte hergestellt) installiert.
Wieder einmal wird mir bewußt, wie schnell eine Textverarbeitung, die neben Stabilität auch alle anderen wichtigen Funktionen abdeckt, arbeiten kann. Natürlich belasten keine megabyteschweren Bilder das geöffnete Dokument, während ich durch das mehrzeitige Musterschreiben scrolle. Das Öffnen, Bearbeiten und Speichern üblicher Dokumente funktioniert mit meinem hundertfach schnelleren PC aber auch nicht zügiger! Wohin verpufft also dieser gigantische Geschwindigkeitsvorteil aktueller Hardware, die mit dem Öffnen meines aktuellen Officepaketes eine gefühlte Ewigkeit beschäftigt ist? An Funktionen wie einer Rechtschreibprüfung kann es nicht liegen, denn diese verichtet, wenn auch mit der im letzten Jahrtausend gültigen Rechtschreibregel, zuverlässig und schnell auf dem alten Mac ihren Dienst!
Leider besitzt der Mac Classic keine interne Möglichkeit zur Aufrüstung mit einer Ethernet-Netzwerkkarte und Einbindung in das aktuelle Heimnetzwerk. Die prinzipielle Integration eines Macintoshs in ein Netzwerk ist sehr einfach und schnell erledigt, da seitens Apple bereits integraler Bestandteil des Mac-Systems. Nach einem apt-get install netatalk verteilt auch Debian bereitwillig an ältere Rechner seine Daten über Appletalk. Für speziell diesen Kleinrechner bleibt leider nur die theoretische Möglichkeit, einen externen Wandler (von Apple-oder Localtalk auf Ethernet) oder einen SCSI-Ethernet-Adapter zu betreiben. Diese Adapter sind jedoch mit Goldstaub überzogen und nur selten erhältlich. Sollte ich je einen solchen Adpater zu fairen Konditionen erhalten, werden mit Sicherheit auch noch ein paar sinnvolle Seiten auf dem Kleinen verfaßt. Die Seite knubbelmac.de ist definitiv einen Blick wert!
• http://www.knubbelmac.de
• http://netatalk.sourceforge.net/
• http://en.wikipedia.org/wiki/System_7
18.09.2009
IBM N2200 - Der lautlose Helfer
In einer früheren Pofacs-Folge habe ich bereits einmal über stromsparende System, vorzugsweise mit Linux ausgestattet, berichtet. Ich selbst habe mir bereits weit vor diesem Beitrag zwei IBM-ThinClients N2200 (8363EX) in Ebay gekauft und einige Zeit als Audio-Streaming-Clients betrieben. Nach häufigen Problemen mit dem properitären Audioserver Slimserver bin ich auf die freie Streaminglösung Firefly gewechselt. Obwohl Firefly sogar sehr gut mit Apples iTunes zusammenarbeitet, standen seit dem Wechsel die N2200 still. Im Gegensatz zum SlimServer kann man den auf den ThinClients arbeitenden Medien-Player XMMS nicht ohne Weiteres zur Zusammenarbeit mit dem Firely überreden, da dieser ein iTunes-kompatibles Gerät oder einen eigenen Client erwartet. Auf den stromsparenden und monitorlos betriebenen Clients habe ich nach der Aktualisierung des BIOS das schlanke und flinke Linux-2200 installiert. Dieses basiert auf dem älteren Debian Woody und kann leider nur sehr aufwendig aktualisiert werden. Die Installationsorgie eines unter Java laufenden Firefly-Clients habe ich mir aus diesem Grund nicht angetan. Die mit 233MHz arbeitende CPU wäre sicherlich mit dem recht komplexen Client überfordert. Getestet habe ich es also nicht; mit etwas mehr Zeit werde ich dies vielleicht noch einmal nachholen.
Auf jeden Fall waren oder sind die N2200 zum Entsorgen zu schade. Mit der Nachinstallation von rdesktop haben die Geräte nun aber wieder einen produktiven Nutzen. Auf meinem Debian-Homeserver können ferngesteuert verschiedene virtuelle Systeme gestartet werden, die VirtualBox per RemoteDestop zur Verfügung stellt. Auf diese Weise kann ich mit dem ThinClient unabhängig von der schwachen Leistung des Arbeitsplatzes komplexere Systeme und Anwendungen betreiben. Die lokale Leistung reicht für die Übertragung der Bildschirminhalte im Normalfall absolut aus. Videos und sonstige Animationen werden natürlich nur ruckelnd wiedergegeben. Die Soundwiedergabe über rdesktop funktioniert einwandfrei, kann beim Verschieben größerer Grafiken allerdings kurz aussetzen. Linux-2200 verwendet die Fluxbox als Fenstermanager. Ich habe das Menu um die startbaren virtuellen Maschinen erweitert, so kann ein fernes Betriebssystem auf dem ThinClient auf Knopfdruck als Vollbild gebootet werden.
Fazit: Die IBM-N2200 (8363EX) haben aufgrund Ihrer zu geringen Leistung heute nur noch bedingt Einsatzzwecke zu erfüllen. Neben Linux-2200 exisitieren noch andere angepasste Distributionen, die ich allesamt getestet habe. Leider bestätigen auch ein testweise installiertes SUSE oder Puppy-Linux den vorliegenden Hardware-Engpass. Mit rdesktop kann das Altsystem in Zusammenarbeit mit der VirtualBox jedoch beliebige Systeme ausführen. In diesem Fall macht das Arbeiten mit dem absolut geräuschlosen Rechner große Freude.
• http://www.bluetrait.com/archive/2005/08/07/installing-linux-2200-onto-the-ibm-netvista-n2200-8363/
• http://pofacs.de/#029
• http://linux-2200.berlios.de/
• http://www.fireflymediaserver.org/
• http://www.virtualbox.org/
11.09.2009
Goodbye NeXTstation und RiscPC
Eine jeweils vollausgestattete NeXTstation Turbo Color und ein RiscPC700 lassen mit Sicherheit das Herz jedes Techniksammlers und Liebhabers exotischer Hardware schneller schlagen!
Aktuell vergrößert sich die Familie Heide. Dem neuen Kinderzimmer steht ein schrumpfendes Arbeitszimmer entgegen. Aus diesem Grund habe ich, nicht ohne eine innere Träne verleugnen zu können, Abschied von diesen beiden Workstations genommen.
Ich habe in den letzten Monaten oft und gern bei der Lösung von spezifischen Problemen dieser Systeme geholfen. Da ich nun nicht mehr über diese Maschinen verfüge, bitte ich von weiteren Anfragen abzusehen.
Goodbye NeXTstation und RiscPC - es war eine schöne Zeit und hat viel Spaß gemacht!
• http://de.wikipedia.org/wiki/NeXTstation
• http://de.wikipedia.org/wiki/NeXTStep
• http://www.riscos.de
• http://acorn.chriswhy.co.uk/Computers/RiscPC700.html
05.09.2009
Web 1.0 und Spaß dabei
Die Seite www.marioheide.de besteht nun nach diversen Umgestaltungen seit 1997. Als Spielwiese in Zeiten gestartet, in der AOL noch als Inbegriff für einen Onlinezugang stand, entwickelte sich die Homepage von der animationsüberladenen Machbarkeitsstudie zur ergonomisch gestylten Onlinedarstellung der Familie Heide. Durch meine Aktivitäten mit Bereich Podcasting und mein Engagement für freie Software finden mehr und mehr technisch Interessierte Zugang zu dieser Seite. Ich habe mich deshalb mit Neugestaltung der Seite entschlossen, private Informationen ohne technischen Bezug weitgehend zu entfernen. Allen Freunden und Bekannten werden wir über den internen Bereich der Homepage auch weiter Zugang zu privaten Informationen und Bildern gestatten.
Über Geschmack kann man ja bekanntlich streiten. Bei der Umgestaltung der Seite habe ich versucht, einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. Aus diesem Grund habe ich bis auf wenige Ausnahmen auf die Gestaltung mittels Tabellen verzichtet und eine CSS-basierende Layoutsteuerung realisiert. Auf dieser Seite kommt kein fertiges Content-Managment-System (CMS) zum Einsatz. Wieder einmal habe ich mich entschlossen, statt mit einem hackeranfälligen CMS zu arbeiten, auf eine selbstprogrammierte Engine zu setzen und bewußt auf das eine oder andere Feature eines funktionsüberladenen Systems verzichtet.
Manchmal ist einfach WENIGER MEHR.